Die wichtigsten Anzeichen
Natürlich, nicht jede vergessene Verabredung oder unaufgeräumte Wohnung ist sofort ein Grund zur Sorge. Entscheidend ist meistens, ob sich bestimmte Veränderungen häufen oder ob alltägliche Dinge zunehmend schwerer fallen. Durch die vielen Gespräche mit Familien und Angehörigen erleben wir immer wieder ähnliche Situationen und Sorgen. Dabei zeigen sich oft ähnliche Veränderungen, die darauf hindeuten, dass Eltern Hilfe brauchen. Welchen Anzeichen wir besondere Aufmerksamkeit schenken, möchten wir mit diesem Artikel genauer beleuchten.
1. Der Haushalt wird sichtbar vernachlässigt
Ungewaschene Wäsche, abgelaufene Lebensmittel im Kühlschrank oder stapelnde Post wirken zunächst oft wie Kleinigkeiten. Wenn die Wohnung jedoch dauerhaft ungepflegt wirkt oder Rechnungen und Mahnungen liegen bleiben, kann das ein Zeichen dafür sein, dass alltägliche Aufgaben zunehmend schwerfallen. Dahinter stecken häufig Überforderung, körperliche Einschränkungen oder erste kognitive Veränderungen.
2. Vergesslichkeit nimmt deutlich zu
Vergesslichkeit gehört bis zu einem gewissen Grad zum Älterwerden dazu. Wenn jedoch Termine regelmässig vergessen werden, der Herd angelassen wird oder Medikamente doppelt beziehungsweise gar nicht eingenommen werden, sollten Angehörige vorsichtig werden. Es muss aber nicht direkt so dramatisch sein: Schon häufig wiederholte Fragen können ein Hinweis sein, dass Unterstützung im Alltag sinnvoll wäre, bevor schlimmere Vorfälle eintreten.
3. Dehydration, Gewichtsverlust oder schlechte Ernährung
Ein leerer Kühlschrank, einseitige Mahlzeiten oder zu wenig Flüssigkeit sind oft erste Warnsignale, dass die Selbstversorgung nicht mehr zuverlässig funktioniert. Viele ältere Menschen verlieren im Alltag den Überblick über regelmässiges Essen und Trinken, besonders dann, wenn Einkaufen oder Kochen zunehmend anstrengend werden.
4. Unsicherheit beim Gehen oder Stürze
Blaue Flecken, Unsicherheit auf Treppen oder das ständige Festhalten an Möbeln deuten häufig auf eingeschränkte Mobilität hin: Die daraus resultierenden Stürze gehören zu den häufigsten Gründen dafür, dass ältere Eltern langfristig pflegebedürftig werden oder resultieren in (vermehrten) Spitalaufenthalten. Viele ältere Menschen beginnen nach einem Sturz ausserdem, bestimmte Bewegungen zu vermeiden, was das Risiko leider nicht verringert, sondern erneute Stürze begünstigt.